Asset Management

Simon Öhri, Equity Management & Investment Center Institutionelle

Simon Öhri, Equity Management & Investment Center Institutionelle

Aktueller Bericht, Samstag, 25. März 2017

Operative Probleme aufgrund von Pensionen?

Neue Bilanzierungsregeln zu Ausgaben in Bezug auf Pensionsverpflichtungen haben einen signifikanten Einfluss auf das operative Ergebnis einer Firma. Investoren sind daher angehalten, Adjustierungen bei diversen Bewertungskennzahlen zu tätigen.

Im März 2017 veröffentlichte die FASB, die zuständige Behörde für das US-amerikanische Rechnungslegungssystem US-GAAP, eine Änderung bei der Buchführung von Ausgaben mit Bezug zu Pensionskassen-Verpflichtungen. Neu darf nur noch der Dienstzeitaufwand (service cost) zum Ergebnis der Betriebstätigkeit (EBITDA) dazugerechnet werden. Alle anderen Ausgaben in Relation zu Pensionskassen – wie beispielsweise Zinsaufwände, erwartete Kapitalgewinne oder versicherungsmathematische Gewinne und Verluste – sind ausserhalb des operativen Gewinns zu verbuchen. Der Nettogewinn einer Firma bleibt daher unverändert. Die neue Anpassung erfolgt für das 1. Quartal 2018. Diese Anpassung ist unseres Erachtens sehr willkommen, da sie eine klarere Trennung in Betriebs- und Finanzierungskosten einer Pensionskasse vornimmt. Allerdings bestehen auf der Finanzierungsseite nach wie vor Schlupflöcher. Beispielsweise kann durch einen hohen erwarteten Ertrag, der teilweise sogar über den Zinskosten liegt, auch bei einer unterfinanzierten Pensionskasse ein Gewinn aus der Pensionskasse über die Erfolgsrechnung verbucht werden. Zudem bestehen weiterhin mehrere Anwendungsmöglichkeiten zur Verbuchung von Pensionskosten, wodurch Firmenbilanzen noch immer nicht untereinander vergleichbar sind. Investoren sind daher angehalten, die Pensionskassen-Verpflichtungen sowie die getroffenen Annahmen zur Berechnung der periodischen Kosten (u. a. Diskontsatz, erwartete Rendite) genauer unter die Lupe zu nehmen. Besonders Branchen mit hohen Pensionskassen-Verpflichtungen, wie die Automobilbranche sowie Versorger, sehen die grössten Veränderungen beim EBITDA, daher sollten Anpassungen bei den verwendeten Kennzahlen vorgenommen werden.

Rechtlicher Hinweis: Angaben im Sinne der Finanzanalyse-Vorschriften (Gesetz, Verordnung) finden Sie unter Rechtliche Bedingungen