Asset Management

Christoph Hilfiker, Equity Management & Investment Center Institutionelle

Christoph Hilfiker, Equity Management & Investment Center Institutionelle

Aktueller Bericht, Samstag, 20. Mai 2017

Arbeitskräftemangel in Japan

In Japan liegt die Arbeitslosenrate bei 2.8 Prozent. Rechnerisch sind für jeden Arbeitssuchenden 1.4 Stellen offen. Von einer Überhitzung ist die japanische Wirtschaft jedoch weit entfernt. Die Tankanumfrage bestätigt aber den wirtschaftlichen Erholungstrend.

Die japanische Regierung hat das erste Mal seit 70 Jahren eine Arbeitsmarktreform ins Rollen gebracht. Dabei dürften jedoch die Regeln zur Überstundenbeschränkung und Lohngleichheit für äquivalente Arbeit die Situation kaum entschärfen. Eine rekordhohe Erwerbsquote von über 76 Prozent, eine Reduktion bei den Teilzeitstellen und der erste Gleichlauf von Lohnerhöhungen sowohl bei kleinen (Shunto) als auch bei grossen Firmen seit 1994 sollten dabei die Erholung der Konsumausgaben unterstützen. Studien gehen davon aus, dass Lohnerhöhungen von 1 Prozent die japanischen Gewinne kurzfristig bis zu 1.3 Prozent belasten könnten. Eine längerfristige Betrachtung zeigt jedoch durchweg eine positive Korrelation zwischen Gewinnmargen und Nominallöhnen auf. Reformen in Verbindung mit einer angespannten Arbeitsmarktknappheit dürften Investitionen in die Produktivitätssteigerung zur Folge haben. Seit 2014 haben japanische Unternehmen IT-basierte Lösungen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität vernachlässigt. Von Themen wie standardisierte Plattformen (ICT), Cloud Computing, Internet of Things und künstliche Intelligenz dürften vor allem Firmen wie Fujitsu, Hitachi und das Nomura Research Institute stark profitieren. Auch Personaldienstleister wie Technopro und Meitec sollten im 2018 Rekordgewinne erzielen.

Mit einer Free-Cashflow-Rendite von 4.5 Prozent und einem Preis-Buchwert-Verhältnis von 1.2 bietet auch der japanische Gesamtmarkt nachhaltige Chancen. Dabei wurden die Steigerungen der Eigenkapitalrenditen nicht primär durch einen höheren Leverage, sondern durch eine Steigerung der Gewinnmargen erzielt. Das LLB Asset Management hat Japan bzw. die  pazifischen Märkte deshalb übergewichtet.

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