Private Banking Liechtenstein

Stefan Vogt, Private Banking Liechtenstein

Stefan Vogt, Private Banking Liechtenstein

Aktueller Bericht, Donnerstag, 11. April 2017

Acht Jahre Bullenmarkt – jetzt noch einsteigen? 

Am Höhepunkt der Finanzkrise im Frühjahr 2009 erreichten die Aktienindizes weltweit neue Tiefststände. Die Angst vor einer drohenden globalen Rezession und die Schuldenkrise liessen Anleger verunsichert in die Zukunft blicken.

Es kam jedoch alles anders. Aufgrund der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken erholten sich die Aktienmärkte markant. Bereits mehrere Jahre befinden wir uns in einem der längsten und kräftigsten Bullenmärkte seit der Nachkriegszeit. In der Börsenwelt steht der Bulle für steigende Kurse. Trotz Konjunkturkorrekturen in den Schwellenländern, dem Brexit und politischen Unsicherheiten in Folge von Wahlen in den USA und in Europa ist bis jetzt keine Wende in Sicht. Auch mit einer Aktienperformance von über 260 Prozent nach über acht Jahren ist dieser Trend noch immer intakt.

Viele Anleger haben den Aufschwung verpasst und trauen sich bei den aktuellen Höchstständen nicht mehr in Aktien einzusteigen. Doch wann ist überhaupt der richtige Einstiegszeitpunkt? Das sogenannte ideale "Market Timing" oder den günstigsten Zeitpunkt zum Einstieg abzuwarten, gelingt nicht einmal erfahrenen Investoren. Den richtigen Einstiegszeitpunkt treffen zu können, ist eine Illusion. Niemand kann die Zukunft vorhersagen.

Die Festlegung der persönlichen Risikofähigkeit und -bereitschaft sowie die Ermittlung des Anlagehorizontes sind viel bedeutender. Denn einen positiven Anlageerfolg erzielt nur derjenige, der seine Anlagestrategie konsequent verfolgt und diese systematisch und professionell umsetzt. Bei der Allokation des Vermögens nach der persönlichen Anlagestrategie wird es prozentual in verschiedene Anlagekategorien wie zum Beispiel Aktien, Obligationen und Geldmarkt aufgeteilt. Risiko und Ertrag hängen jedoch nicht direkt zusammen. Je nach Aufteilung und Festlegung der Strategie unterliegt das Vermögen kleineren oder grösseren Wertschwankungen.

Die Risikobereitschaft eines Anlegers spielt somit bei der Umsetzung der passenden Anlagestrategie eine grosse Rolle. Sie bezeichnet das Mass an Risiko, das ein Anleger bereit ist, in seinem Portfolio zuzulassen. Möchte ein Anleger einen bestimmten Betrag investieren, stellt sich für ihn auch die Frage, ob er sein gesamtes investierbares Kapital auf einmal oder kontinuierlich über einen festgelegten maximalen Zeitraum investieren möchte.

Die wichtigsten Performancetreiber eines langjährigen, erfolgreichen Portfolios sind Aktien. Das unsichere und volatile Marktumfeld der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass der richtige Einstiegszeitpunkt und die Erträge von Aktieninvestitionen massgeblich für positive Renditen verantwortlich sind. Deshalb empfiehlt sich für einen unsicheren und risikobewussten Anleger ein gestaffelter Aufbau seiner Aktienquote.

Mit den klassischen Anlagestrategien der Vermögensverwaltungslösung LLB Comfort haben Kunden die Möglichkeit, die Aktienquote ihres Portfolios gezielt stufenweise aufzubauen und damit Risiken zu mindern.

Die Aktienquote der klassischen Anlagestrategien der LLB (Rendite – Ausgewogen – Wachstum – Aktien) wird nicht von Anfang an ausgeschöpft. Vielmehr steigt sie stufenweise von einem Drittel (Startquote) bis zur definierten Zielquote: Unabhängig vom Einstiegszeitpunkt werden jeweils zu Quartalsbeginn acht Prozent der Ziel-Aktienquote zulasten von Geldmarktanlagen in Aktien investiert (Tabelle 1).

In regelmässigen und überschaubaren Schritten kommen Kunden so in ihrem Portfolio zu einem sorgfältig aufgebauten Aktienanteil. Die volle Quote wird bei allen verfügbaren Strategien nach einem Zeitraum von maximal zwei Jahren erreicht. Der konstante Aufbau des Aktienanteils ermöglicht es, bei fallenden Kursen mehr Aktien zu kaufen als bei steigenden. Dank diesem antizyklischen Ansatz profitieren Anleger vom Durchschnittskosten-Effekt, also von niedrigeren durchschnittlichen Einstiegspreisen. Damit verringert sich das Risiko ebenfalls markant.

Bei einem Rückschlag an den internationalen Aktienbörsen profitieren Kunden zusätzlich. Das heisst, wenn der MSCI-Welt-Index gegenüber seinem letzten Höchststand um zehn Prozent fällt, werden unabhängig vom Einstiegszeitpunkt zusätzlich acht Prozent der Zielquote in Aktien investiert. Das Auslösen einer antizyklischen Stufe führt dazu, dass sich der Investitionszeitrahmen von zwei Jahren jeweils um ein Quartal verkürzt.

Fazit: Mit einem disziplinierten, stufenweisen Aufbau der Aktienquote profitieren Kunden nicht nur von einer professionellen Vermögensverwaltung, sondern reduzieren ihr Risiko hinsichtlich eines unglücklichen Timings bei Aktienkäufen. Allfällige Rückschläge an den Aktienmärkten können somit zusätzlich für den Aufbau der Aktienzielquote auch nach langjährigem Bullenmarkt an den Börsen optimal genutzt werden.

Rechtlicher Hinweis: Angaben im Sinne der Finanzanalyse-Vorschriften (Gesetz, Verordnung) finden Sie unter Rechtliche Bedingungen.