• Team ASM der Liechtensteinischen Landesbank

    Investmentteam mit höchster Auszeichnung

"Darum bin ich wirklich ein grosser Fan von Fonds"

Was ist das Geheimnis des Anlageerfolgs der LLB-Gruppe? Wir haben nachgefragt – bei einem, der es wissen muss: Markus Wiedemann (56 Jahre) ist Chief Investment Officer bei der LLB-Gruppe und seit 28 Jahren im Anlagebereich bei der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) tätig. Er weiss, was ein guter Investmentspezialist mitbringen muss und ist sich bewusst, dass Kundinnen und Kunden vielfach nur "schnelle" Anlagetipps wünschen, damit aber auf lange Sicht nicht reüssieren. Er selbst investiert seit Langem nur noch in Fonds – ganz zur Freude seiner Frau.

Erfolgreiches Asset Management der LLB-Gruppe: 12 Lipper Awards 2019, schon 44 Awards seit 2012

Portrait Markus Wiedemann
Markus Wiedemann, Geschäftsführender Direktor, Asset Allocation
Was uns ausmacht, ist die ausgeprägt hohe Motivation jedes Einzelnen im Team.

Was ist das Erfolgsgeheimnis dafür, dass das Asset Management der LLB-Gruppe im Vergleich zu den Mitbewerbern regelmässig überdurchschnittliche Renditen erzielen kann?

Ein konkretes Geheimnis zu nennen, ist schwierig. Was wir sagen können: Wir haben weniger Leute als andere und weniger Ressourcen als andere. Das zwingt uns, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren – auf die Strategie. Das tun wir.

Viele Kunden sind aber doch eher an bestimmten Titeln interessiert als an einer Strategie?

Ja, viele Kunden reden am liebsten über Einzeltitel, möchten Kaufempfehlungen. Aber wie gesagt, zentral ist die Strategie beim Anlegen, Einzeltitelinvestments bringen auf lange Sicht nicht das entscheidende Renditeplus. Das zeigen verschiedene Untersuchungen. Die Titelselektion für ein Portfolio macht unter dem Strich lediglich vier Prozent der Gesamtperformance aus. In etwa gleich wichtig ist zum Beispiel die Entscheidung, ob man kurzfristig über- oder untergewichtet ist in Aktien. Das Wesentliche ist aber wie gesagt die Strategie: Sie beeinflusst langfristig über 90 Prozent der Performance eines Investments. Darum konzentrieren wir uns ganz gezielt auf eine optimierte Strategie und setzen dafür auch am meisten Zeit und Ressourcen ein.

Wie kompensieren Sie die im Vergleich zu den Mitbewerbern geringeren Ressourcen?

Wir setzen auf moderne Technologien, spezifische IT-Lösungen und ausgeklügelte Modelle. Für Aktien und andere Anlagen nutzen wir intern entwickelte quantitative Modelle. Bei Aktien kommt ein sogenanntes Multi-Faktor-Modell zum Einsatz. Damit bewerten wir Aktien nach mehreren ganz bestimmten Kriterien, die eine überdurchschnittliche Rendite erwarten lassen. Die Berechnung nach diesen Faktoren erfolgt vollkommen automatisch.

Können Sie das noch etwas konkreter beschreiben?

Stellen Sie sich einen Zehnkampf vor. Eine "Aktie" tritt an und erzielt in den verschiedenen Disziplinen Punkte. Zum Beispiel ist eine Disziplin "günstig bewertet", eine andere "gut kapitalisiert", eine andere "wächst", oder es gibt die Disziplin "Momentum", zum Beispiel, wenn der Preis der Aktie steigt. Unsere Modelle rangieren für uns innert Sekunden bis zu 5'000 Aktien nach Gesamtpunktezahl, von der Aktie mit der grössten Erfolgserwartung bis hin zu jener, die am wenigsten Erfolg verspricht.

Was tun Sie mit dieser computergenerierten Rangliste?

Wir prüfen, welche der erfolgsversprechenden Aktien wir noch nicht in unseren Fonds haben. Diese werden dann sorgfältig fundamental analysiert und danach wird entschieden, ob wir sie zukaufen oder eben nicht. Wir prüfen ebenfalls, welche der wenig erfolgsversprechenden Aktien wir bereits in unseren Fonds haben. Diese werden dann ebenfalls sorgfältig fundamental analysiert und danach wird entschieden, ob wir sie verkaufen oder behalten. Neben den erwähnten Erfolgsfaktoren, der Konzentration auf die Strategie und dem Einsatz modernster Technik kombiniert mit dem hauseignen Bewertungsmodell sind ganz klar unsere Anlagespezialisten massgeblich für den Erfolg.

Was ist besonders am Asset-Management-Team der LLB-Gruppe?

Gemäss der McKinsey-Asset-Management-Umfrage (2018) beträgt eine durchschnittliche Asset-Management-Grösse rund 400 Personen, ein kleines Team hat im Schnitt 65 Personen. Mit etwa 55 Personen sind wir ein kleines, kleines Team. Was uns ausmacht, ist die ausgeprägt hohe Motivation jedes Einzelnen im Team. Jeder und jede will seinen Job gut machen. Ich bin überzeugt: Der erwähnte Investmentansatz und die Teamleistung sind der Grund, warum unsere Produkte immer wieder gut abschneiden – nicht immer alle, aber im Vergleich zu anderen Mitbewerbern öfter und öfter mal besser.

 
 
Logo Lipper Award Europe
 

In diesem Jahr ist die Liechtensteinische Landesbank in ihrer Kategorie für die beste Fondspalette in Europa ausgezeichnet worden – mit dem Refinitiv Lipper Group Award Europe. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Das ist das Herausragendste, das wir bislang erreicht haben und macht uns wirklich stolz. Heuer waren wir zudem bereits in Deutschland in der gleichen Kategorie "Overall Small Company" die Besten und im vergangenen Jahr auch schon in der Schweiz. Eine Häufung ist nicht von der Hand zu weisen. (lacht)

Was sind die Kriterien, um als Fondsanbieter überhaupt in die Wertung zu kommen?

Für die Analyse in der Kategorie "Overall Small Company" schaut das renommierte Ratingunternehmen Refinitiv Lipper, wo die Fonds eines Unternehmens zugelassen sind und nimmt sie in den betreffenden Ländern in die Bewertung auf. Unsere Fonds sind in Liechtenstein, in der Schweiz, in Deutschland, in Österreich und teils auch in Grossbritannien zum Vertrieb zugelassen.

Was bedeutet "Overall" beim Rating konkret?

"Overall" heisst, es werden alle Fonds, die in einem bestimmten Land zum Vertrieb zugelassen sind, beurteilt, zum Beispiel diejenigen in der Schweiz. Es wird dann erst für jeden Fonds die Performance über drei Jahre, risikobereinigt, bestimmt und der Fonds in der entsprechenden Kategorie rangiert. Der Bestrangierte erhält dann den jeweiligen Refinitiv Lipper Fund Award.

Um als Fondsanbieter bei der Gesamtwertung "Overall" gewertet zu werden, muss man mindestens in jeder Hauptanlageklasse drei Fonds anbieten, also Obligationen, Aktien- und Strategiefonds. Wer bei allen Fonds – alle einzelnen Fonds risikobereinigt bewertet – am besten abschneidet, also über die gesamte Fondspalette bewertet wird, gewinnt den entsprechenden Refinitiv Lipper Group Award.

Und was bedeutet die Auszeichnung für Sie als Chief Investment Officer?

Sie bestätigt uns ein weiteres Mal, dass wir insgesamt über eine sehr solide Anlagekompetenz verfügen. Auch unsere Mitbewerber bringen ihre Leistung, keine Frage, aber wir dürfen mit Stolz sagen: Keiner unserer direkten Mitbewerber in der Region hat in den letzten fünf Jahren einen Refinitiv Lipper Group Award für die gesamte Fondspalette erhalten. Und es ist ja nicht so, dass ein Unternehmen bestimmen kann, ob seine Fonds geratet werden oder nicht. Sie werden bewertet, wenn sie die vorhin erwähnten Kriterien erfüllen. Zudem darf ich betonen, nicht nur unsere direkten Mitbewerber werden analysiert, sondern alle, die in den entsprechenden Ländern genügend Fonds zum Vertrieb zugelassen haben sind dabei. Wir haben uns also gegen eine internationale Konkurrenz behauptet, das kann man nicht hoch genug einschätzen, und darum bin ich wirklich stolz über die Auszeichnung.

Das Rating von Refinitiv Lipper beurteilt die risikobereinigte Performance über bestimmte Zeiträume. Wie viel beträgt aktuell die Rendite eines Fonds mit mittlerem Aktienanteil?

Im Aktienbereich brachten zum Beispiel Schweizer Aktien seit 1925 im Schnitt 7.6 Prozent Rendite pro Jahr, trotz Wirtschaftskrise in den 30er-Jahren, trotz des Crashs 2001 mit minus 50 Prozent, trotz des Einbruchs 2008 mit ebenfalls minus 50 Prozent. Diese Verluste sind allesamt eingerechnet beim Schnitt von 7.6 Prozent pro Jahr. Es gibt wenig Grund zu erwarten, dass ein solcher Fonds auf lange Sicht in Zukunft substanziell weniger rentieren sollte.

Wer sollte in Fonds investieren, und wem raten Sie zu Einzeltitelkäufen?

Wer beispielsweise in Aktien Schweiz, Obligationen Schweizer Franken, Aktien Europa oder Nordamerika weniger als 100'000 Franken investieren will, der sollte Fondslösungen wählen. Wer mehr investieren möchte, kann auch Einzelanlagen tätigen.

Aber das Fondsinvestment kostet zusätzlich ...

Ja, der Fonds kostet etwas – beim Kauf und auch beim Verkauf wie auch Einzeltitel beim Kauf und Verkauf kosten. Beim Fonds kommt sogar noch eine Managementgebühr dazu. Aber trotz dieser Mehrkosten haben Fonds einige Vorteile, die diese Kosten aufwiegen.

Was sind die Vorteile eines Fondsinvestments?

Unsere Fonds werden wie erwähnt aktiv betreut und gemanagt. Das heisst, da ist jemand, der erkennt, wenn sich Anlageopportunitäten ergeben und wenn bessere Renditen erzielbar sind. Die Umsetzung einer solchen Umschichtung verursacht im Fonds kaum Kosten und keine Steuern. Bei einem Einzeltitel-Portfolio fallen bei Renditeoptimierungen höhere Gebühren an. Diese Kosten übernimmt der Einzeltitel-Anleger. Ein Fonds ist für viele Anleger die einfachere Anlageform und eine geeignete Alternative. Darum bin ich wirklich ein grosser Fan von Fonds. Ich bin überzeugt, dass Anleger mit kleineren Summen besser Fonds wählen und auch Anleger mit grossen Vermögen mit Fonds sehr gute Resultate erzielen können.

Persönlich investieren Sie nicht in Einzeltitel?

Ich bin seit 28 Jahren bei der LLB tätig. Eine gewisse Zeit war ich für Aktien Nordamerika zuständig und habe eigentlich nichts anders gemacht, als amerikanische Aktien zu analysieren. Damals habe ich noch in Einzeltitel angelegt. Das war nicht schlecht, aber langfristig betrachtet war die Rendite gleich gut wie bei dem Fonds, bei dem ich zuständig war. Nur, zwischenzeitlich gab es das eine oder andere Ereignis, das sich auf die Performance auswirkte. Die Volatilität war entsprechend hoch, was sehr nervenaufreibend sein kann. Meine Frau meinte dann irgendwann: "Kannst du nicht einfach deinen Fonds kaufen? Das wäre mir viel lieber." Gesagt, getan, seither bin ich nur noch in Fonds investiert. (lacht)

Was zeichnet einen guten Investmentspezialisten aus?

Für mich ist ein guter Investmentspezialist jemand, der sich vertieft für Ökonomie interessiert, in der Regel ein Wirtschaftsstudium absolviert hat, eine hohe Einsatzbereitschaft zeigt und den Wettbewerb mag. Denn er wird gemessen, nicht nur von Refinitiv Lipper, sondern auch intern messen wir die Performance. Wenn er schlecht abschneidet, ist das für alle sichtbar und wirkt sich auch auf seine Entlohnung aus. Umgekehrt natürlich auch. Diese Messung im Vergleich mit einem globalen Fondsuniversum erfolgt jeden Monat. Diesen Wettbewerbsdruck muss ein Investmentspezialist aushalten können.

Wo sehen Sie künftig neue Investmentmöglichkeiten, Trends – auch unter dem viel zitierten Aspekt "Nachhaltigkeit"?

Es ist sicherlich so, dass nachhaltiges Investieren in Zukunft noch stärker zu berücksichtigen sein wird – wegen der erhöhten Sensibilität der jungen Generation und künftiger regulatorischer Anforderungen. Die LLB bietet nachhaltige Investments sowohl in Anlageberatungs- als auch in Vermögensverwaltungsmandaten an. Über die nächsten drei Jahre werden wir hier aber sicherlich unser Angebot noch massiv ausbauen.

Nach dem jüngsten Erfolg bei den Refinitiv Lipper Group Awards Europe: Was kann das Asset Management der LLB-Gruppe noch gewinnen, was wünschen Sie sich?

Im Grunde können wir nicht wirklich noch mehr erreichen. Wie erwähnt ist es die höchste Auszeichnung im Fondsbereich. Die vergangenen zwei Jahre waren für das Asset Management der LLB-Gruppe extrem gute Jahre mit sehr vielen Auszeichnungen. Ausgezeichnet wurden verschiedene Anlagelösungen der LLB-Gruppe, auch Anlagelösungen der Kollegen in Wien. Was ich mir als Vertreter der "Produktionsseite" wünsche, ist, dass der Vertrieb mit unseren Produkten, mit unseren Fonds, regelmässig Erfolge feiern kann und im Endeffekt dann natürlich unsere Kunden profitieren.

Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person

Markus Wiedemann, Geschäftsführender Direktor, Asset Allocation

  • Seit 2002 LLB Asset Management AG,
  • 2000–2002 Bereichsleiter Asset Management, LLB
  • 1997–2000 Research und Fondsmanagement, LLB
  • 1990–1997 Vermögensverwaltung bzw. Analyse, LLB

Ausbildung: Mag. rer. soc. oec., Volkswirtschaftsstudium, Uni. Innsbruck

Hobbies: Familie, Garten, Fahrradfahren